Die Weinlese 2011 ist beendet und die Jungweine schlummern in den Gärtanks oder sind schon darüber hinaus – und es wird ein Spitzenjahrgang, vielleicht der Beste dieses noch jungen Jahrhunderts.

Ein früher Austrieb legte in diesem Jahr den Grundstein für den herausragenden Verlauf des Weinjahres. Im April, welcher von viel Sonne und Wärme geprägt war, wuchsen die Trauben schnell und die Blüte fand unter optimalen Bedingungen statt. In den darauf folgenden Monaten gaben sich Regen und Sonne im Wechsel die Hand und sorgten so für eine Bilderbuchreife der Trauben. Von den Spätfrösten die im Mai manche Anbaugebiete heimsuchten wurde die Mosel weitestgehend verschont. Bei unseren Weinbergen sind die Schäden zu unser aller Freude nicht zu erwähnen gewesen.

Nach dem schmächtigen Herbst 2010 konnten wir dieses Jahr zunächst einmal zu einem überraschend frühen Zeitpunkt mit der Ernte beginnen. Schon Mitte September standen unsere Lesehelfer zum ersten Mal in den Weinbergen und läuteten die Lese ein. Die große Befürchtung Anfang September, es könne zu großer Fäulnis kommen, trat zum Glück nicht ein und so konnten wir durchweg gesundes Lesegut von bester Qualität einfahren. Im Bezug auf das Menge-Güte-Gesetz, welches besagt, dass große Ertragsmengen zu niedrigerer Qualität führen, konnten wir 2011 das Optimum erzielen. In kaum einem anderen Jahr war eine ähnliche Qualität bei solch großen Mengen vorhanden. Bis zum Abschluss der Lese hatten wir gute Lesebedingungen und konnten unsere Rieslinge in den Lagen des Valwiger Herrenberg mit sehr hohen Mostgewichten ernten. 100° Oechsle waren hierbei lange nicht die Spitze des Eisbergs.

Die ersten Weine sind, wie erwähnt, mittlerweile vergoren oder in der Endphase der Gärung und präsentieren sich bereits sehr fein und mit klaren, ausbalancierten Aromen und einem schönen Säurespiel. Die Qualität ist wirklich bestechend, fast schon zu gut für einen so frühen Zeitpunkt. Allerdings muss man sagen, dass dies nicht überrascht, wenn man an die goldgelben, vollreifen Beeren denkt, die wir in den letzten Wochen ernten durften.

Auch von den ersten Spätburgundern ließen sich bereits außergewöhnlich gute Eindrücke sammeln. Fruchtige Aromen lassen uns erahnen, welch prächtige Weine wir später erwarten könnten.

Insgesamt kann man mit dem 2011er bisher nur zufrieden sein und freudig in die Zukunft schauen. Wir sind uns sicher, dass die 2011er Weine viel Freude bringen werden und sind gespannt, wie gut der Jahrgang letzten Endes wird.

In diesem Sinne,

(w)einzigartige Grüße

Ihre Winzerfamilie Lönartz

Kommentieren